Gründung und Alter
Der Ort Nettersheim ist seit der Römerzeit besiedelt. Die früheste erhaltene urkundliche Nennung als „Nefresheim“ wird auf das Jahr 867 datiert. Die heutige politische Gemeinde Nettersheim entstand 1969 durch den Zusammenschluss von elf zuvor selbstständigen Ortschaften.
Zum 1. Juli 1969 wurde die heutige Gemeinde Nettersheim im Zuge der kommunalen Neugliederung im ehemaligen Landkreis Schleiden aus elf Ortschaften gebildet: Bouderath, Buir, Engelgau, Frohngau, Holzmülheim, Marmagen, Nettersheim, Pesch, Roderath, Tondorf und Zingsheim. Grundlage war das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Schleiden.
Seit der Römerzeit ist die Gegend um Nettersheim kontinuierlich besiedelt; überliefert ist unter anderem die Verehrung gallo-römischer Matronen (Aufaniae). Im 9. Jahrhundert hatte die Abtei Prüm Besitz in Nettersheim. 1187 wurde Nettersheimer Besitz dem Kloster Steinfeld bestätigt. 1346 ist für „Nechterssem“ ein Gemeindepfarrer bezeugt. 1536 erscheint „Nechtersheym“ in den Visitationsprotokollen des Herzogtums Jülich als Kapelle von Zingsheim. Am 2. April 1705 wurde Nettersheim zur Pfarre erhoben. Die heutige Großgemeinde mit elf Orten besteht seit 1969.
| Jahr |
Titel |
Beschreibung |
| 867 |
Urkundliche Erstnennung als Nefresheim |
König Lothar II. übertrug laut Handbuch des Bistums Aachen ein Gut in „Nefresheim“ an den Edlen Otbert. Dies ist die früheste dokumentierte Nennung des Ortes. |
| 9. Jahrhundert |
Besitz der Abtei Prüm |
Im 9. Jahrhundert hatte die Abtei Prüm laut Handbuch des Bistums Aachen Besitz in Nettersheim. |
| 1187 |
Bestätigung von Besitz für Kloster Steinfeld |
1187 wurde dem Kloster Steinfeld Nettersheimer Besitz bestätigt. |
| 1346 |
Gemeindepfarrer in Nechterssem |
1346 hatte „Nechterssem“ laut Handbuch des Bistums Aachen einen Gemeindepfarrer. |
| 1536 |
Kapelle von Zingsheim |
In den Visitationsprotokollen des Herzogtums Jülich von 1536 wird „Nechtersheym“ als Kapelle von Zingsheim geführt. |
| 1705 |
Erhebung zur Pfarre St. Martin |
Am 2. April 1705 wurde Nettersheim Pfarre im Eifeldekanat. Erster Pfarrer war der Steinfelder Prämonstratenser Albert Brandt (1705–1719). |
| 1802 |
Zuordnung zum Bistum Trier |
Unter Pfarrer Philipp Engel wurde Nettersheim 1802 Pfarre im Kanton Blankenheim im Bistum Trier. |
| 1827 |
Dekanat Steinfeld |
Von 1827 an gehört die Pfarre Nettersheim St. Martin zum Dekanat Steinfeld. |
| 1969 |
Bildung der heutigen Gemeinde |
Zum 1. Juli 1969 entstand die Gemeinde Nettersheim aus den elf Ortschaften Bouderath, Buir, Engelgau, Frohngau, Holzmülheim, Marmagen, Nettersheim, Pesch, Roderath, Tondorf und Zingsheim. |
| 1989 |
Eröffnung Naturzentrum Eifel |
Seit 1989 vermittelt das Naturzentrum Eifel in Nettersheim mit Ausstellungen und Veranstaltungen Natur- und Geschichtsthemen der Eifel. |
Wichtige Infos
Nettersheim ist eine kreisangehörige Eifelgemeinde mit elf Ortschaften und starkem Schwerpunkt auf Natur-, Umwelt- und Geschichtsvermittlung. Herzstück ist das Naturzentrum Eifel mit Tourist-Information, Ausstellungen und dem Archäologischen Landschaftspark.
Die Gemeinde Nettersheim liegt im Kreis Euskirchen im Südwesten von Nordrhein-Westfalen, in der Mittelgebirgslandschaft der Nordeifel zwischen Urft und Erft im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn – Eifel. Sie gehört zum Regierungsbezirk Köln.
Die Gemeinde umfasst eine Mittelgebirgslandschaft der Nordeifel mit historisch geprägten Ortskernen. Touristische und naturkundliche Quellen betonen besonderen Pflanzen- und Tierreichtum, fossilienreiche geologische Aufschlüsse sowie eine hohe Dichte archäologischer Denkmäler, vor allem aus der Römerzeit.
In den Ortschaften gibt es zahlreiche Handwerksbetriebe, insbesondere in Marmagen („Dorf der Handwerker“). In Zingsheim besteht ein Gewerbegebiet. Der Wald als regionales Kapital führte zur Entstehung des Holzkompetenzzentrums Rheinland in Nettersheim, das über Holz für Wärme und Bauen informiert.
Touristische Angebote konzentrieren sich auf das Naturerlebnisdorf Nettersheim mit Naturzentrum Eifel, Archäologischem Landschaftspark, Erlebnispfaden und Wander- sowie Radwegen. Die zentrale Tourist-Information der Gemeinde befindet sich im Naturzentrum Eifel (Urftstraße 2–4).
Das kulturelle und bildungsbezogene Angebot prägen unter anderem das Naturzentrum Eifel, der Archäologische Landschaftspark und laut Tourismusdarstellung über 60 Vereine. Seit September 2014 ist im Naturzentrum zudem das Römerstraßen-Infozentrum angesiedelt.
Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten zählen der Archäologische Landschaftspark mit Spuren der römischen Siedlung an der Agrippastraße (vermutlich Marcomagus), das Naturzentrum Eifel sowie das Haus der Fossilien.
Das Rathaus der Gemeinde befindet sich in Zingsheim (Krausstraße 2, 53947 Nettersheim). Weitere gemeindliche Einrichtungen sind unter anderem das Naturzentrum Eifel, das Haus der Fossilien und Einrichtungen der Tourist-Information.
- Elf Ortschaften in einer Gemeinde seit 1969
- Lage in der Nordeifel zwischen Urft und Erft
- Naturzentrum Eifel (seit 1989)
- Archäologischer Landschaftspark Nettersheim
- Römische Siedlungsspuren an der Agrippastraße
- Römerstraßen-Infozentrum
- Haus der Fossilien
- Holzkompetenzzentrum Rheinland
- Tourist-Information im Naturzentrum
- Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn – Eifel
- Marmagen
- Zingsheim
- Tondorf
- Engelgau
- Pesch
- Frohngau
- Holzmülheim
- Buir
- Bouderath
- Roderath
- Blankenheim
Spannende Ereignisse
Für Nettersheim sind insbesondere die urkundliche Erstnennung im 9. Jahrhundert, die Pfarrerhebung 1705, die Gemeindeneugliederung 1969 sowie der Aufbau des Natur- und Archäologieangebots seit 1989 belegt.
| Zeitraum |
Titel |
Kategorie |
Beschreibung |
Bedeutung |
| 867 |
Urkundliche Nennung von Nefresheim |
Geschichte |
König Lothar II. gab ein Gut in „Nefresheim“ an den Edlen Otbert. Die Nennung gilt als frühester dokumentierter Beleg für den Ort. |
Sie markiert den Beginn der schriftlichen Ortsgeschichte Nettersheims. |
| 2. April 1705 |
Erhebung zur eigenständigen Pfarre |
Kultur |
Nettersheim wurde Pfarre im Eifeldekanat, nachdem die Bewohner zuvor um die Pfarrerhebung nachgesucht hatten. Erster Pfarrer wurde Albert Brandt. |
Die Erhebung stärkte die kirchliche Eigenständigkeit gegenüber Zingsheim und prägte die lokale Gemeindeorganisation. |
| 1. Juli 1969 |
Kommunale Neugliederung zur Großgemeinde |
Politik |
Elf Ortschaften wurden zur neuen Gemeinde Nettersheim zusammengeschlossen. |
Damit entstand die heutige politische Gemeinde in ihrer räumlichen und administrativen Form. |
| 1989 |
Gründung des Naturzentrums Eifel |
Kultur |
Das Naturzentrum Eifel nahm seine Arbeit mit Ausstellungen und Veranstaltungen zu Natur und Geschichte der Eifel auf. |
Es wurde zum zentralen Forum für Umweltbildung und Tourismusinformation der Gemeinde. |
| 18. Mai 2014 |
Eröffnung des Archäologischen Landschaftsparks |
Kultur |
Nach Ausgrabungen der Universität zu Köln und Teilrekonstruktionen wurde der Archäologische Landschaftspark eröffnet. Sichtbar gemacht wurden Siedlungsspuren an der Agrippastraße, vermutlich der römische Ort Marcomagus. |
Der Park macht die römische Siedlungsgeschichte Nettersheims für Besucher erlebbar und ist Teil des Projekts Erlebnisraum Römerstraße. |
| September 2014 |
Einzug des Römerstraßen-Infozentrums |
Kultur |
Das Römerstraßen-Infozentrum zog in das Naturzentrum Eifel ein und ergänzte die archäologische Ausstellung um Module zu Römerstraßen und Rohstoffnutzung in der Eifel. |
Nettersheim wurde damit einer der Standorte des Römerstraßen-Infozentrums an der Agrippastraße. |