Gründung und Alter
Die schriftliche Überlieferung zum Ort Dahlem setzt mit einer urkundlichen Ersterwähnung vom 20. Januar 867 ein. In der von der Gemeinde veröffentlichten Ortsgeschichte wird Dahlem darin als Ort im Eifelgau genannt. Die heutige Großgemeinde entstand im Zuge der kommunalen Gebietsreform mit Wirkung vom 1. Juli 1969; dabei wurde das Amt Schmidtheim in seinem Bestand von 1945 aufgelöst. Der Ortsteil Schmidtheim erscheint in derselben Prümer Überlieferung von 867 als „Smideheim“, Baasem als „Basenheim“; Kronenburg ist seit 1277 urkundlich bezeugt. Berk wird in der Ortsgeschichte der Gemeinde um 1200 erstmals als „Berchheim“ genannt. Die Herren von Schmidtheim sind seit 1198 urkundlich bezeugt.
Eine Gründungsurkunde im engeren Sinne ist für Dahlem auf der Gemeindewebsite nicht ausgewiesen. Belegt ist die urkundliche Ersterwähnung 867 sowie die Bildung der heutigen Gemeinde Dahlem aufgrund des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Schleiden vom 24. Juni 1969 mit Wirkung vom 1. Juli 1969. Die Hauptsatzung bestätigt die Bildung zum 1. Juli 1969, den Verwaltungssitz in Schmidtheim und das Gebiet der Gemarkungen Baasem, Berk, Dahlem, Kronenburg und Schmidtheim. Die Ortsgeschichte Schmidtheim beschreibt Dahlem, Baasem und Schmidtheim als vermutlich im 7. Jahrhundert gegründete fränkische Siedlungen in der Blankenheimer Kalkmulde. Am 1. Januar 1972 wurde der Kreis Schleiden aufgelöst; die Gemeinde Dahlem gehört seither zum Kreis Euskirchen.
Aus der Römerzeit sind laut Ortsgeschichte Dahlem Funde von Ziegelscherben nahe der Römerstraße östlich der sogenannten Hügelgräber (1930) sowie Brandgräber mit Beigaben in der Flur „Im Leger“ (1934) belegt. Die Ortsgeschichte Schmidtheim nennt Spuren vorrömischer Anwesenheit im Walddistrikt Eichholz sowie Reste römischer Bebauung nahe der Römerstraße Trier–Köln. Im Jahr 973 wird das Dorf in einer Urkunde König Ottos II. als Dalheim genannt. 1130 besaß die Abtei Stablo-Malmedy laut Ortsgeschichte in Dahlem neun Hufen Land. Nachweislich seit 1362 gehörte Dahlem zur Herrschaft Kronenburg und blieb mit deren Schicksal bis 1794 eng verbunden. Das 1561 angelegte Schöffenbuch des Gerichts Dahlem dokumentiert die niedere Gerichtsbarkeit bis in die Franzosenzeit. 1795/96 wurde Dahlem unter französischer Verwaltung zur Mairie; 1816/19 gelangte die Region über den Wiener Kongress und eine Zwischenphase an Mecklenburg-Strelitz an Preußen. Parallel entwickelte sich Kronenburg seit der Ersterwähnung 1277 als Burg-Tal-Siedlung mit späterer Eisenhüttenwirtschaft an der Kyll; 1350 wird Kronenburg laut Ortsgeschichte als Stadt (oppidum) genannt, um 1400 erhielt es Ringmauern, Türme und Tore. 1487 kam die Burg laut KuLaDig in den Besitz der Grafen von Manderscheid und war über rund 250 Jahre Mittelpunkt einer bedeutenden Herrschaft im oberen Kylltal. 1555 fiel Kronenburg laut Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW wegen der Zugehörigkeit zum Herzogtum Luxemburg bis 1715 unter spanische Herrschaft. Schmidtheim wurde Verwaltungssitz und erhielt 1870/71 den höchstgelegenen Bahnhof der Eifel. Berk gehörte kirchlich und territorial zur Herrschaft Kronenburg und wurde 1803 zur Pfarrei erhoben. 1969 wurden Baasem, Berk, Kronenburg und Schmidtheim in die Großgemeinde Dahlem eingegliedert; der Verwaltungssitz liegt in Schmidtheim. 1972 kam Schmidtheim mit der Auflösung des Kreises Schleiden zum Kreis Euskirchen.
| Jahr | Titel | Beschreibung |
|---|---|---|
| 867 | Urkundliche Ersterwähnung | Erste bekannte Erwähnung Dahlems in der Schenkungsurkunde Otberts vom 20. Januar 867 im Eifelgau; zugleich Nennung von Smideheim und Basenheim in der Prümer Überlieferung. |
| 973 | Nennung als Dalheim | In einer Urkunde König Ottos II. wird dem Erzbischof Gero von Köln der Wildbann bestätigt; darin wird auch das Dorf Dalheim genannt. |
| 1362 | Zugehörigkeit zur Herrschaft Kronenburg | Nachweislich seit 1362 gehörte Dahlem zur Herrschaft Kronenburg und blieb mit deren Geschichte bis 1794 verbunden. |
| 1528 | Erste Kirchennennung | Die erste Erwähnung einer Kirche bzw. Kapelle in Dahlem stammt aus dem Jahr 1528; um 1550 wird der erste Pfarrer Laurentius Saturnus genannt. |
| 1795/96 | Mairie unter französischer Verwaltung | Nach dem Anschluss der österreichischen Niederlande an Frankreich wurde Dahlem Mairie; erster Maire war Peter Casters. Damals wohnten in 90 Häusern 564 Menschen. |
| 1922 | Personenbahnhof Dahlem | Am 18. Dezember 1922 wurde der Personenbahnhof Dahlem in Betrieb genommen; bereits 1904 bestand eine Güterladestelle. |
| 1961 | Verkehrslandeplatz Dahlemer Binz | Einweihung und Eröffnung des Verkehrslandeplatzes auf der Dahlemer Binz. |
| 1969 | Kommunale Gebietsreform | Im Zuge der kommunalen Gebietsreform wurde Dahlem Großgemeinde mit den Ortsteilen Baasem, Berk/Frauenkron, Dahlem, Kronenburg und Schmidtheim; Sitz der Verwaltung ist Schmidtheim. |
| 1130 | Besitz der Abtei Stablo-Malmedy | Laut Ortsgeschichte besaß die Abtei Stablo-Malmedy in Dahlem neun Hufen Land; noch 1627 wurden die „Juchenfelder“ mit diesem Besitz in Verbindung gebracht. |
| 1277 | Ersterwähnung Kronenburgs | Kronenburg wird in einer Urkunde der Abtei Malmedy-Stablo erstmals urkundlich erwähnt; der Johanniterorden hatte dort bereits eine Niederlassung und blieb bis 1803 Patronatsherr. |
| 1561 | Schöffenbuch des Gerichts Dahlem | Das 1561 angelegte und bis 1796 geführte Schöffenbuch dokumentiert Kauf-, Tausch-, Erbschafts- und Hypothekenangelegenheiten der niederen Gerichtsbarkeit. |
| 1631–1638 | Hexenverfolgung in Dahlem | Während der Hexenverfolgung wurden laut Ortsgeschichte aus Dahlem etwa 16 Personen, überwiegend Frauen, hingerichtet; in der Herrschaft Kronenburg starben zudem viele Menschen an der Pest. |
| 1848 | Provinzialstraße Köln–Trier | Die Provinzialstraße von Köln nach Trier, die durch Dahlem führte, wurde fertiggestellt und verbesserte die überörtliche Straßenanbindung. |
| 1870/71 | Bahnanschluss Schmidtheim | Mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Köln–Trier erhielt Schmidtheim den höchstgelegenen Bahnhof der Eifel (rund 554 bis 555 Meter über NN). |
| 1921–1926 | Tellspiele in Kronenburg | Unterhalb der Burg wurde Schillers „Wilhelm Tell“ auf einer Freilichtbühne aufgeführt; laut Ortsgeschichte fanden insgesamt 55 Aufführungen statt. |
| 1967 | 1100-Jahr-Feier Dahlem | Die Gemeinde feierte das 1100-jährige Bestehen des Ortes Dahlem und gab das Buch „Meine Heimat Dahlem/Eifel“ heraus. |
| 1985 | Denkmalbereichssatzung Kronenburg | Die Gemeinde Dahlem beschloss am 14. August 1985 eine Denkmalbereichssatzung für den Burg-Tal-Siedlungsbereich Kronenburg; die Bekanntmachung erfolgte am 3. Oktober 1985. |
| 2022 | Umzug der Abtei Maria Frieden | Nach 69 Jahren auf der Dahlemer Binz verließ die Trappistinnengemeinschaft Abtei Maria Frieden am 22. Juni 2022 Dahlem und zog nach Kall-Steinfeld. |
| 50 v.–400 n. Chr. | Römerzeitliche Funde bei Dahlem | In der Nähe der Römerstraße östlich der sogenannten Hügelgräber wurden 1930 Ziegelscherben gefunden; in der Flur „Im Leger“ entdeckte man 1934 Brandgräber mit Beigaben. |
| um 1200 | Ersterwähnung Berks als Berchheim | Die Ortsgeschichte Berk nennt um 1200 die erste geschichtliche Erwähnung als „Berchheim“; ab etwa 1360 ist Berk als Kapellenort bekannt und gehörte kirchlich wie territorial zur Herrschaft Kronenburg. |
| 1350 | Kronenburg als Stadt genannt | Laut Ortsgeschichte Kronenburg wird der Ort 1350 als Stadt (oppidum) bezeichnet; um 1400 erhält er Ringmauern, Türme und Tore. |
| 1492–1508 | Bau der Pfarrkirche St. Johann Baptist | Die spätgotische Pfarrkirche St. Johann Baptist in Kronenburg wurde laut Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW zwischen 1492 und 1508 als Einstützkirche errichtet. |
| 1768 | Wallfahrtskirche Berk | Die dem heiligen Briktius geweihte Kirche in Berk wurde 1768 zur Wallfahrtskirche ernannt; Papst Clemens XIII. privilegierte den Nothelferaltar und gewährte Ablässe der Nothelferbruderschaft. |
| 1803 | Erhebung Berks zur Pfarrei | Der Kapellenort Berk wurde 1803 zur Pfarrei erhoben. |
| 1832 | Berechtigungsurkunde Grube Dahlemer Berg | Am 26. August 1832 fertigte die Königlich-Preußische Oberberghauptmannschaft die Berechtigungsurkunde für das Eisenstein-Bergwerk „Dahlemer Berg“ aus; darin sind 88 Dahlemer Grundeigentümer namentlich eingetragen. |
| 1892 | Einweihung der Marienallee | Pfarrer Klerx weihte die Linden- und Kastanienallee „Marienallee“ ein; laut Ortsgeschichte beteiligte sich fast jede Dahlemer Familie durch das Auswerfen einer Pflanzgrube. |
| 1911 | Durchfahrt Kaiser Wilhelms II. | Am 20. Oktober 1911 fuhr Kaiser Wilhelm II. auf der Fahrt von Bonn nach Lieser durch den festlich geschmückten Ort Dahlem. |
| 1973–1976 | Bau des Kronenburger Sees | Der Kronenburger See entstand als grenzüberschreitendes Gemeinschaftsprojekt von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz; er dient als Hochwasserrückhaltebecken für das Einzugsgebiet von Kyll und Taubkyll. |
| 1977 | 700-Jahr-Feier Kronenburg | Kronenburg feierte laut Ortsgeschichte die 700-jährige Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung. |
| 1979–1981 | Sicherung der Burgruine Kronenburg | Laut Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW wurden die Ruinen der Burganlage Kronenburg in den Jahren 1979 bis 1981 umfassend gesichert. |
| 2007 | Partnerschaftsurkunde mit Sarzeau | Im November und Dezember 2007 wurde die offizielle Partnerschaftsurkunde zwischen der Gemeinde Dahlem und der bretonischen Gemeinde Sarzeau in Sarzeau und in Dahlem unterzeichnet. |
| 2013 | Wasserseilgarten am Kronenburger See | Am Kronenburger See besteht laut Angaben des Zweckverbands seit 2013 der deutschlandweit einzige Wasserseilgarten. |
| 1198 | Erste Nennung der Herren von Schmidtheim | Die Brüder Heinrich und Godfried „van Smydehem“ treten laut Ortsgeschichte Schmidtheim in einer Urkunde als Zeugen auf; die Trauortsseite der Gemeinde nennt dies als erste Erwähnung der Herren von Smydeheim als Bewohner der Wasserburg. |
| 1327 | Eigenständige Kronenburger Linie | Laut Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW entwickelte sich 1327 eine eigenständige Kronenburger Linie mit Ritter Peter von Kronenburg, der 1414 ohne männliche Nachkommen starb. |
| 1487 | Kronenburg an die Grafen von Manderscheid | Laut KuLaDig kam die Burg Kronenburg 1487 in den Besitz der Grafen von Manderscheid und war über rund 250 Jahre Mittelpunkt einer der bedeutendsten Herrschaften im oberen Kylltal. |
| 1760–1769 | Bau des Burghauses Kronenburg | Das unter Denkmalschutz stehende Burghaus in Kronenburg wurde laut Gemeinde-Trauortsseite in der Zeit von 1760 bis 1769 im Auftrag des Grafen von Blankenheim erbaut und diente ab 1769 dem Amtsverwalter J. Faymonville als Amtssitz. |
| 1976 | Verleihung von Wappen und Banner | Mit Urkunde des Regierungspräsidenten vom 6. April 1976 erhielt die Gemeinde Dahlem laut Hauptsatzung das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge als Banner. |
| 2016 | Sanierung der Staumauer Kronenburger See | Laut Zweckverband Kronenburger See wurde 2016 die Asphaltdichtung der Staumauer großflächig saniert: Für über 1,5 Millionen Euro wurden rund 6.600 Quadratmeter Dammfläche abgefräst und etwa 1.200 Tonnen Asphalt neu eingebaut. |